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Living my philosophy, um kein Arschloch zu werden oder „Ich bin jetzt Frederick“

Living my philosophy, um kein Arschloch zu werden oder „Ich bin jetzt Frederick“

Living my philosophy, um kein Arschloch zu werden oder „Ich bin jetzt Frederick“

Neulich habe ich etwas bei Facebook geliked, das ich sehr inspirierend fand. Ich habe nämlich am selben Tag eine für „reguläre“ Verhältnisse ziemlich krasse E-Mail verschickt. Aber ich bin eben nicht „regulär“. Es hat mich mal wieder zu einem etwas philosophischeren Blogartikel inspiriert und dabei ist mir auch noch eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten aus Kindertagen eingefallen.

Es handelte sich um folgenden Post der Seite „Bohemian Princess“:

 

Screenshot

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Irgendwie hat es mich angesprochen. Ich habe mir in den letzten Jahren eine kleine Philosophie aufgebaut, erarbeitet, oder wie immer man es nennen möchte, und obwohl „nach oben alles offen ist“, habe ich ein relativ gutes Fundament gebaut, jedenfalls fühle ich mich momentan so.

Und alles, was nicht auf diesem Fundament steht, weil es keinen Platz hat oder ein Sicherheitsrisiko darstellt (wie immer ihr das interpretieren wollt – mein Bild ist hier eine Art Baustelle mit einem großen, breiten Fundament), das wird nicht gebaut. Es ist schließlich mein „Haus“, in dem ich leben muss – und zwar bis ich sterbe.

Niemand anders. Das ist wie mit dem König von sich selbst, die Idee von Bauchi alias Jesus Bruder alias Georg Berres (vielleicht kennt ihr ihn, wenn nicht, googlen, denn der Typ ist ein echtes Original!) ist zwar schon einige Jährchen alt, aber immer noch absolut gültig:

Ich bin der König von mir selbst, und nur ich, nur von mir selbst.

Das impliziert einerseits, dass ich mir nichts vorschreiben lasse (was nicht mit meinem Gewissen vereinbar ist), andererseits aber auch nicht, dass ich irgendjemandem was vorschreiben möchte.

Da sind wir wieder beim Thema Macht.

Ich halte Macht über mich selbst für wesentlich wichtiger und erstrebenswerter als Macht über andere. Im Gegenteil, Macht über andere stößt mich sogar ab. Ich bin für so viel Selbstorganisation und Selbstverwaltung wie möglich, eingebettet in einen effizienten und menschenfreundlichen Rahmen, also genau das Gegenteil dessen, was wir momentan haben. Doch das wäre ein anderer Artikel. Momentan ist es einfach nicht so, wie ich es in meiner Idealwelt, die nicht existiert (außer in meinem Kopf), gerne hätte. Das heißt aber nicht, dass ich nicht drüber schreiben kann 😉

Macht über mich selbst heißt für mich auch nicht, dass ich beispielsweise nicht kontra gebe und einfach ruhig bin, wenn ich mich bedroht fühle oder nicht den Raum verlasse, sondern mich „zusammenreiße“ wenn „jemand dabei ist“, obwohl ich mich so fühle. Nur um mich zu kontrollieren, Disziplin zu zeigen, das Gesicht nicht zu verlieren, zu sein wie „man“ ist und was es da noch für Gründe gibt, nicht authentisch zu sein und seine Gefühle zu verstecken.

Auch das heißt für mich das Gegenteil: Macht über mich selbst habe ich, wenn ich überall Gefühle zeigen darf, wenn ich jederzeit so sein kann, wie ich bin, wenn ich mich nicht verstellen muss. Egal ob es eine Unmutsbekunung, das Verlassen des Raums oder das Ausbrechen in Tränen ist, aus welchen Gründen auch immer. Es gibt keine unangemessenen Gefühle, es gibt nur unangemessene Arten, mit ihnen umzugehen.

Old Man in Sorrow (Vincent Van Gogh)

Old Man in Sorrow (Vincent Van Gogh)

Das bedeutet natürlich nicht, keine Rücksicht zu nehmen. Im Gegenteil. Für mich bedeutet es: Aufrichtigkeit. Mein Umfeld weiß, woran es ist. Ich muss ja, wenn ich weinen muss, nicht total laut schluchzen. Aber wenn mir danach ist, dann will ich weinen dürfen können, wenn auch leise. Ob das jetzt Freudentränen bei einem sentimentalen Film sind, oder ob mich etwas unangenehm berührt und mich deshalb zum Weinen bringt, ist mir dabei egal. Auch wenn andere das gar nicht zum Weinen finden – mein Maßstab sind nicht andere, sonder ich selbst, mein Gewissen und was ich empfinde. Ich will einfach ich sein können.

Und deshalb ist mir mein Umfeld auch so wichtig.

Ich habe fast keine Freunde mehr, und ich find’s gut. Vielleicht ändere ich irgendwann meine Meinung, aber momentan ist es eben so, wie es jetzt ist.

In meinem Umfeld sollte keiner sein, der mich einschüchtert bzw. das möchte oder gar noch davon einen Kick bekommt. Niemand, der sich über mich lustig macht und dass ich so sensibel bin. Also keine Psychopathen mehr und keine psychisch labilen Menschen.

Für einen solchen habe ich mich selbst immer gehalten, aber ich sag euch jetzt mal was: ich bin vielleicht sensibler als andere und mir gehen Dinge, die andere locker aushalten, viel schneller auf die Nerven. Aber rein psychisch gesehen bin ich trotz allem, was ich früher durchgemacht habe (oder vielleicht gerade deshalb??) ziemlich stabil. Vielleicht sollte ich lieber „geistig“ statt psychisch sagen.

Mein Geist ist kerngesund und funktioniert einwandfrei.

Dieses ganze Verstellen, dazugehören wollen, reinpassen müssen, was die meisten fühlen, das kommt alles aus unerfüllten Bedürfnissen aus der Kindheit – sorry, es will keiner hören, aber alle sind im Wesentlichen eigentlich immer noch verletzte Kinder, und deshalb können Sie auch so schlecht mit anderen und besonders schlecht mit welchen wie mir, die ihr eigenes Ding durchziehen und dabei auch noch authentisch sind, die „sich nichtmal schämen“. Tja. Wenn man nicht daran arbeitet, dann geht das auch nicht weg, aber das will auch keiner hören. Und wir, die wir es ernsthaft tun, an uns arbeiten und unsere Kindheitsprobleme lösen, wir sind dann die „Verrückten“.

Weil jemand, der selbst immer freier wird und immer mehr sein eigenes Ding durchzieht, die Unfreien ja einschüchtert. Verrückt heißt ja, weg-gerückt, nicht ganz in der Mitte oder auf dem Platz, wo man sein sollte, „neben der Spur“.

Die Frage ist, wo ist die Spur? Was ist die richtige Spur? Angenommen, das, was „normal“ ist, wird von Kranken definiert (siehe dazu auch Erich Fromm) – dann ist doch die als richtig erachtete „richtige Spur“, eigentlich – also in Wahrheit – die Falsche?!

Aber solche Leute laufen eben zur Zeit einfach überall rum. Welche, die sich und ihre Sichtweise auf das Leben und vor allem auf andere Menschen für richtig und normal und „geistig gesund“ halten, es aber tief drinnen eigentlich gar nicht sind. Aus welchen Gründen auch immer. Sie sind verletzt worden und jetzt sind sie irgendwie „verbogen“, merken es aber nicht. Sie haben diesen Schutz in ihrer Psyche aufgebaut, weil sie sonst komplett gaga geworden wären.

Und weil sie gar nicht anders können, wollen sie alle anderen Menschen, mit denen sie zu tun haben, möglichst sich selbst anpassen, und nicht umgekehrt sich adaptieren und mal versuchen, auch eine sensiblere Sichtweise einzunehmen. Denn wenn Sie selbst flexibler sein müssten, hätten sie ja aufgrund ihrer Verbogenheit Schmerzen beim Sich-zu-jemandem-hinbiegen-um-ihn-besser-zu-verstehen.

Ich kenn das, ich hab orthopädische Beschwerden und ganz krumme Beine. Yogaübungen und Pilates usw. sind ziemlich gut für mich, es sieht aber auch unglaublich doof aus und verlangt mir viel ab (darum mache ich zur Zeit auch kaum Sport, haha). Faszientraining schmerzt mich, aber ich werde nicht flexibler, wenn ich nicht auf dieser bescheuerten Rolle herumrolle und mich in unmögliche Positionen begebe.

Wenn man an seinem Körper arbeitet, muss man Schmerzen in Kauf nehmen. Das versteht auch jeder, der sportlich schon mal etwas erreicht bzw. sich gesteigert hat. Und genau das gilt halt nicht nur für den Körper, sondern auch die nicht-materiellen Anteile, die man nicht sehen und messen kann – den Geist und die Psyche. „Trainiert“ man diese, wird es zu Schmerzen kommen. Unweigerlich.

Sehr viele Menschen sind heute innerlich verbogen und setzen alles daran, andere auch umzubiegen, bis die anderen in die selbe Richtung zeigen wie sie selbst. Obwohl sie eigentlich innerlich gar nicht „böse“ sind oder gemein sein wollen, denn eigentlich sind sie nur traurig. Selbst wenn diese Art von Mensch in der Minderheit sein sollte, so ist die Durchmischung der Durchschnittsmenschen mit diesen verbogenen Kindern in Körpern von Erwachsenen doch sehr dicht. Sie sind einfach überall.

Besonders „im Business“.

Und deshalb will ich nicht mehr „ins Business“!

Ich hab keinen Bock mehr auf Kindereien. Mir ist dazu ein Erlebnis von der FIBO 2011 eingefallen, einer großen Messe für Fitness, Wellness, Ernährung und Bodybuilding. Es war meine erste FIBO und meine dritte Messe in meiner Karriere überhaupt.

Ich sollte das Magazin, für das ich u. a. gearbeitet habe, promoten und Anzeigen im „FIBO Special“, einem Sonderheft verscherbeln. In der hintersten Ecke irgendeiner uninteressanten Halle war ein Stand von einer Firma, die mich so scheiße behandelt hat, dass ich nicht mal mehr den Namen zusammenkriege, und das ist wahrscheinlich auch gut so… Jedenfalls habe ich die Mediadaten dabei (es ist ein Heft, print, gedruckt… da kommen die Anzeigen, für die man bezahlen muss, hin – und nirgends anders) und der labert mir irgendwas von Zugriffszahlen der Website und man merkt schon an seinem Tonfall, dass es ihm Spaß macht mich zu ärgern und er weiß, dass ich diese blöden Zahlen gar nicht habe. Resigniert habe ich irgendwann gesagt „Sorry, ich arbeite erst seit kurzem hier…“ – wie man es halt so macht, IRGEND eine beschissene Ausrede einfach, damit man kontra geben kann, egal wie. Mehr schlecht als recht eben, ich bin sicher, ihr kennt solche Situationen. Und was macht dieses  Exemplar von Mensch (und sowas wie DEN schicken Sie auf eine Messe…)? Er macht mich grad weiter dumm an und wirft es mir auch noch vor, dass ich mich von ihm so auseinandernehmen lasse, sagt ich hab keine Ahnung, ich komm nicht weit, ich werde eh keine einzige Anzeige verkaufen und bla bla blaaaaaa….. Ein totaler Psycho!

Lerneffekt dabei unter Anderem: ich verscherble keine Anzeigen und fertig! Wer nicht wirbt, der stirbt, und wer das nicht einsieht, hat Pech. Das ist u. a. auch ein Kernstück meiner Philosophie. Also kann ich schonmal kein Mediaberater werden. Zu schade 😉

Auf so einen Kindergarten wie z.B. auf der FIBO habe ich einfach keinen Bock mehr. Und „im Business“ gibt es soooo viele Wölfe im Schafspelz, was erschwerend zu den ganzen normalen Schafen, also den verbogenen Kindern, die eigentlich gar nichts Böses im Sinne haben, hinzukommt.

Ich drück’s jetzt einfach mal vulgär aus: es gibt mir da draußen einfach zu viele Arschlöcher.

Und ich weigere mich einfach aus lebensphilosophischen Gründen, die Arschlöcher länger auszuhalten. Ich werde nämlich selbst zu einem, wenn ich zu viel mit denen in Kontakt bin.

Es stresst mich, und dann werde ich unfreundlich, kurz angebunden, sarkastisch bis zynisch und das geht eben im höflichen „Business“ mit seinen geschriebenen und ungeschriebenen Regeln einfach nicht.

Man hat mir auch mal vorgeworfen, ich sei nicht teamfähig. Damals hatte ich noch eine Psychologin. Sie und ich haben gelacht, war eine schöne Session! Man wollte MIR keine Unterlagen (ich hatte in der Berufsschule gefehlt) zum Kopieren ausleihen, aber ICH war nicht teamfähig… Und da gäbe es noch mehr Beispiele, auch mit Leuten, die viel älter waren als ich.

There is no „I“ in TEAM? Really? So, what does the team consist of? Dogs? Cats? Or Human Beings interacting with each other and working towards a common goal? Anyways. Whatever.

Gelernt habe ich folgendes, und zwar aus jeder einzigen Gruppensituation, sei es Schule, Uni, Berufsschule, Büro, Weiterbildung, esoterisches Seminar, Workshop, Gruppenreise oder sonstwas:

Nicht ich bin nicht teamfähig, sondern es stecken einfach zuviele kleine Kinder in den Körpern von erwachsenen Menschen, die gar kein Interesse daran haben, ein gemeinsames Ziel zu erreichen oder zusammen etwas voranzubringen, sondern einfach nur auf sich selbst achten und möglichst „gut dastehen“ wollen – was immer das in ihrem verbogenen Gehirn für sie bedeuten mag.

Fälschlicherweise – und das kann man mir nicht vorwerfen, ich bin erst 31 – bin ich immer davon ausgegangen, dass die meisten Menschen einen ähnlichen geistigen Horizont und ein ähnliches Vertsändnisvermögen und eine ähnliche Empathiefähigkeit wie ich haben. Dass sie die Fähigkeit haben, sich selbst zu hinterfragen und auch mal zu reflektieren über das, was sie im Zusammensein mit anderen eigentlich tun.

Gott weiß, was ich schon alles bereut habe, was mir schon alles hinterher peinlich und unangenehm war, wie ich mir schon gewünscht habe, mich bei jemandem entschuldigen zu können, der nicht mehr hier ist… Wie es mich schon geschmerzt hat, etwas getan zu haben, was ich im Nachhinein als nicht richtig erkannt habe! Ich habe die Fähigkeit, nicht nur mich zu hinterfragen, sondern auch den dabei entstehenden Schmerz auszuhalten und darüber wegzukommen.

Diese Fähigkeit haben die meisten Menschen aber nicht. Ganz und gar nicht! Und das ist mir jetzt klar. Damit dieser Schmerz nicht aufkommt, tun die Leute alles.

Ich gehe nicht mehr davon aus, dass alle mich doch verstehen müssten, wenn sie meine Argumente kennten.

Nein, denn die meisten mauern ja und hören sich die Argumente nicht mal an, daher gibt es kein Durchkommen und auch kein Verstehen. Keine gemeinsame Basis, kein Konsens. Soviel Realismus habe ich, dass ich das mittlerweile einsehe. Es gibt einfach verschiedene Ebenen und wenn man meilenweit voneinander entfernt ist, nützt auch kein Schreien und sich Aufregen, es nützt nur: Abbruch, Rückzug, Seinlassen. Das hab ich nicht immer gedacht, mittlerweile sehe ich das aber so.

Doch das sehen freilich nicht alle so. Die wollen lieber Macht. Damit sie sich nicht klein fühlen.

Ich fühl mich auch oft klein, das tut jeder! Kommt endlich damit klar! Es gehört zum Leben dazu und ich komm darüber weg! Wenn so ein sensibler, leichtverletzlicher Mensch wie ich das kann, dann kann es doch nicht so schwer sein?! Ich sehe das Problem nicht!

Aber ich weiß, viele sehen eins.

Ich seh z. B.  auch kein Problem darin, vor einer Menschenmenge zu sprechen, denn das gibt mir einen positiven Hormonschub. Das ist wie ne körpereigene Droge. Hinterher hat man keinen Kater oder so, jedenfalls ich nicht. Dennoch haben die meisten Menschen total Angst. Ich hab auch Lampenfieber, bin nervös, aufgeregt, mache mir Gedanken über Fehler, die ich machen könnte, und was alles schiefgehen kann – aber ich find’s trotzdem geil.

Wie das Leben eben. Das Leben ist voller Emotionen, die aus einem Grund da sind – egal ob wir sie gut oder schlecht finden…

Ich durfte als Kind Gefühle zeigen. Natürlich gab es auch bei mir ein paar vermaledeite Sachen, aber die meisten Traumata habe ich aus dem Kindergarten bzw. von Fremden und nicht von meiner eigenen Familie.

Ich als Kind

Ich als Kind

Ich bin mittlerweile hineingewachsen in mich selbst, ich weiß, dass es Dinge gibt, die wehtun, und dass man diesen mentalen oder psychischen Schmerz verarbeiten muss, und darf. Dass da auch Tränen fließen. Dass da auch klippe und klare Ansagen gemacht werden können und müssen. Dass man sich selbst ernst nehmen darf. Dass es für alle besser ist, wenn alle wissen, wie alle anderen zu einer Sache stehen oder sich fühlen, damit der maximal mögliche Benefit für alle Beteiligten dabei herauskommt. Selbst wenn das heißt, man muss sich unangenehme Fakten anhören – denn es sind Fakten. Man kann die Wahrheit einfach nicht leugnen. Manchmal sieht man bei sich selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht und dann regt man sich auf, weil jemand anders einem etwas spiegelt, das man an sich selbst nicht beachtet oder gemerkt hatte. Und auch das ist ok!

Hauptsache, man verletzt niemanden absichtlich. Das ist aber der Knackpunkt, besonders wenn man die Schwachstellen von anderen Menschen kennt. Bei Konflikten geht es „unter die Gürtellinie“, es werden „Knöpfchen gedrückt“ – und zwar nicht durch sich natürlich ergebende Projektion, sondern absichtlich und in vollem Bewusstsein. Das ist heftig und das habe ich auch schon gemacht, auch das – tut jeder! ABER: das ist nicht ok!

Man muss ziemlich bei sich selbst sein, um sowas nicht zu tun, also nicht „Trumpfkarten auszuspielen“, wenn es ungemütlich wird. Man muss sich allerdings nicht unter Kontrolle haben, oh nein, denn das hieße ja, dass man sonst im regulären Alltag auch daurend absichtlich Leute verletzt und es jetzt eine Ausnahme wäre, dass man es nicht täte in dieser spezifischen, eskalierenden Situation. Nein, man muss etwas anderes haben über sich: Macht.

Doch die meisten Leute sind nicht bei sich selbst, sie haben keine Macht über sich, sie sind immer noch irgendwo in der Kindheit oder im Jugendalter steckengeblieben und das nehmen sie mit in ihr Berufsleben. Es zeigt sich in Gruppensituationen, in denen sich via Projektion die Menschen gegenseitig etwas vorspiegeln und dann kommt es eben zu „Szenen“. Jeder kennt das. Ich weise es gar nicht von mir. Ich war auch so und bin noch viel zu oft so. Es ist alles erklärbar mit relativ einfach zu verstehender Psychologie.

Aber ich will das nicht mehr. Mir ist es egal, ob das „normal“ oder gewünscht oder „gesellschaftsfähig“ ist. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Meine Lebensphilosophie lässt es nicht mehr zu.

Ab sofort lebe ich meine Philosophie und selbst wenn ich irgendwelche kurzfristigen Nachteile davon habe, trage ich die Konsequenzen, weil mir mein geistiges Heil wichtiger ist als die Meinung anderer über mich.

Es sofort auf Anhieb zu 100% zu schaffen, dieses unrealistische Ziel setze ich mir gar nicht erst. Ich mache einen Schritt nach dem anderen und lasse mich nicht entmutigen, wenn ich mal in alte Muster zurückfalle. Ich bin schließlich in der selben verkorksten, vermaledeiten Welt aufgewachsen wie die verbogenen machtlosen Kinder im „Business“.

Ich werfe auch niemandem etwas vor.

Ich nehme mich einfach nur raus.

Vielleicht kommt irgendwann eine ganz schlimme Zeit und dann bin ich ein Fels in der Brandung für andere. Ich bin für sie da.

Erzähle ihnen Geschichten.

Die Bundesregierung rüstet ja auf und empfiehlt einen Katastrophenvorrat. Angeblich kriegen die Krankenwagen in Bayern eine Ausrüstung mit Waffen. Sie bauen neue Bunker.

Das erinnert mich an meine Lieblingsgeschichte aus meiner Kindheit (neben der kleinen Raupe Nimmersatt):

 

Alle arbeiten und sammeln Körner und alles Mögliche, doch Frederick sitzt auf einem Stein und „faulenzt“, jedenfalls sieht es so für die anderen aus.

Aber Frederick sammelt Farben und Wörter des Sommers – alles was man braucht, um kalte Winterabende zu überstehen.

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Und als nichts mehr übrig ist von den Vorräten und die Mäuse frieren und schon ganz verzweifelt sind, da erzählt Frederick ihnen von den Dingen, die er über den Sommer gesammelt hat. Und es wird ihnen ganz warm ums Herz bei den roten Mohnblumen und den blauen Kornblumen und den warmen Sonnenstrahlen… Denn Frederick ist ein Dichter, und das weiß er.

Hier könnt ihr die Geschichte nachlesen (externer Link, PDF – ich distanziere mich davon, ich bin nicht schuld, ich nicht!). Wenn ihr Kinder habt, kauft euch unbedingt das Buch!

Ich lebe jetzt meine Philosophie und sammle solange Farben.

Wenn ihr mich sucht, ich bin zu Hause.

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