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Schreibtherapie

Schreibtherapie

Ich habe ja seit einiger Zeit vor, einen Roman zu schreiben. Gestern habe ich endlich mal wieder damit weitergemacht und ich fühle mich bereits weniger als 24 Stunden später schon wesentlich befreiter. Es heißt ja, dass Schreiben befreit. Der Roman enthält autobiografische Elemente.

Ich habe einen Großteil meiner jungen, wilden Jahre in einer Disco verbracht. Dort sind die Lichter ja seit geraumer Zeit endgültig aus, wie hier nachzulesen ist. Aber glaubt mir, der Schuppen wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. Wen ich dort alles kennengelernt habe, was ich dort alles erlebt habe, was ich gelernt habe über Menschen und das Leben an sich. Ja, ich habe viele Fehler gemacht und Dinge, die „man“ nicht tut, aber ich bereue ehrlich gesagt nichts.

Warum sollte ich auch? Wenn ich das nicht alles erlebt hätte, wäre ich heute nicht so, wie ich bin, und hätte nicht so viel Ein- und Durchblick bei manchen Dingen.

Nostalgisch war ich ja schon immer, und ich denke gerne an „alte Zeiten“ zurück. Schöne Erinnerungen sind wie ein Film in meinem Kopf. Schlechte oder peinliche Erinnerungen versuche ich nicht wieder wegzudrücken, sondern versuche mir klar zu machen, was ich daraus für mein jetztiges Leben gelernt habe. Natürlich hat sich das nicht alles in besagter Großraumdisco abgespielt.

2004, 05 und 06 war ich auf der Nature One. „The golden Ten“ war meine erste

Da wir mit großen Schritten auf das Jahr 2020 zugehen, ist diese Story bereits jetzt ein kleiner historischer Streifzug. Das Aufkommen von Handys für jedermann und dann die Entwicklung von Smartphones. Internet setzt sich als allgegenwärtig durch, die Kommunikation ist endgültig auf Bildschirme verlagert.

Elektronische Musik. Ich war Teil einer Subkultur, von der ich nicht weiß, ob sie in dieser Form noch vorhanden ist. Sicherlich nicht. Die Generation, die heute 18 ist und anfängt zu feiern, ist ganz anders als wir. Wir sind ja als Kinder noch nicht mit dieser ganzen Technik in dem Maße konfrontiert worden, wie das heute der Fall ist. Wir waren bereits älter, als das alles aufgekommen ist.

Ein Großteil der Arbeit besteht nicht nur im Schreiben des Romans an sich, sondern in den Charakteren. Ich musste ja alle Namen ändern 😉 Und ich will niemanden beleidigen oder schlechter darstellen, als er war (bzw. ist). Obwohl ich natürlich „Freinde“ hatte… Ich schreibe dieses Buch aber nicht, um mich an irgendjemandem zu rächen oder jemanden bloßzustellen. Darum habe ich mich auch entschlossen, unter Psyeudonym zu schreiben, und nicht unter meinem echten Namen.

Loveparade Berlin 2003

Mir fällt gerade auf, dass ich das Buch (wenn es dann mal fertig ist) aus diesem Grund gar nicht hier im Blog pushen und vorstellen kann… Ich werde andere Vertriebswege finden.

Dass ein Verlag es will, damit rechne ich gar nicht. Ich plane momentan BoD oder den Anbieter von Amazon. Es wird aber nicht für 99 Cent rausgehauen, soviel steht schonmal fest. Es ist ein richtiges Buch und wird auch als E-Book einen normalen Preis haben. Nicht dass ihr denkt, ich schreibe es, um damit Geld zu verdienen. Ich schreibe es für mich und meine Psyche.

Mit einigen Dingen, das ist mir gestern beim Schreiben aufgefallen, habe ich eifnach noch nicht richtig abgeschlossen. Der Aufbau einer guten Geschichte verlangt aber, dass der Leser nicht unzufrieden zurückgelassen wird. Also muss ich mir wirklich auch für einige Dinge etwas ausdenken. Deshalb ist es auf jeden Fall ein Roman und keine richtige Autobiografie, weil ich nicht weiß, was aus manchen der Charaktere wurde. Ich muss erfinden, wie es weitergegangen ist, oder sie „plausibel verschwinden lassen“.

Insofern wird das alles noch ein wenig dauern. Und vielleicht wird es, wenn es fertig ist, absolut niemanden interessieren. Aber das ist mir egal. Ich schreibe es wie gesagt nicht für Geld, und nicht um bekannt zu werden, sondern weil ich einfach das Gefühl habe, dass ich es muss. Solange es niemand als sein eigenes Werk ausgibt, wäre es mir sogar egal, wenn es Piraterie-mäßig irgendwo kostenlos heruntergeladen würde.

Ich war Zeitzeuge, ich war ein Teil einer Subkultur, ich habe Dinge getan, die in Büchern und Filmen vorkommen (ständig). Manches davon war illegal. Es schreit geradezu danach, aufgeschrieben zu werden.

Vielleicht wird es auch erst in 100 Jahren gelesen. Literatur verbreitet sich ja nicht linear, schon gar nicht in unserem schönen Internet-Zeitalter. Irgendjemand wird es lesen und vielleicht erkennt er sich in irgend einem Teil wieder und zieht irgend etwas für sich oder sein Leben daraus, oder leitet es an jemanden weiter, der was daraus ziehen kann. Wenn das ein einziger Leser tut, dann ist das schon sehr gut, und wenn nicht, auch. Denn ich schreibe es für mich und „gebe es ins Feld“. Was dann daraus wird, habe ich sowieso nicht in der Hand. Ungeschrieben bleiben kann es auf keinen Fall.

Jetzt muss es aber erstmal fertiggeschrieben werden 😉

Edit:

Wenn es verfilmt werden würde, dann von Baz Luhrmann im Stil von „The Great Gatsby“ . Das wäre ultimativ 😉

 

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