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3 weiße Pulver und eine Lösung, ohne die ich nicht leben kann

3 weiße Pulver und eine Lösung, ohne die ich nicht leben kann

3 weiße Pulver und eine Lösung, ohne die ich nicht leben kann

Na, was denkt ihr, worum es in diesem Post geht? Drogen? Da muss ich euch enttäuschen! Jedenfalls habe ich noch keine Hinweise darauf entdeckt, dass man die folgenden „Zutaten“ irgendwie als bewusstseinserweiterndes oder -einschläferndes Mittel nutzen kann – ihr könnt ja kommentieren, wenn euch derartige Anwendungsbereiche bekannt sind, muahaha 😉 Nein, es geht um den guten alten Haushalt und die Gesundheit.

Die folgenden Stoffe sind völlig verschieden und lassen sich nicht priorisieren. Sie sind alle gleich wichtig und gleichwertig anzusehen. Daher ordne ich sie alphabetisch, damit auch ja keiner denkt, irgend eins der Pülverchen wird bevorzugt. Die Lösung steht für sich und ist eine der wichtigsten Chemikalien, die es gibt, aber prinzipiell ungiftig (muss allerdings verdünnt und richtig angewendet werden, um nicht zu ätzen) und dabei noch freundlich zur Umwelt, da sie in unschädliche Stoffe zerfällt, außerdem ist sie nicht patentierbar und wird daher abseits von den momentan bekanntesten Anwendungen als absoluter Geheimtipp angesehen.

Die guten Dinge sind immer einfach. Da ich nicht Google bin, und dieser Artikel nicht ausarten darf/kann/soll, beschränke ich mich auf eine kleine Zusammenfassung und zähle dann auf, wofür ich die Pülverchen momentan am meisten nutze. Also, in alphabetischer Reihenfolge:

Pulver #1 ohne das ich nicht mehr leben kann:

Calciumkarbonat CaCO3 alias E170 aka Kalk

Die moderne Zivilisation wäre nicht denkbar ohne dieses sogenannte Kalzium-Salz der Kohlensäure. Die Industrie ist darauf angewiesen, Beton wird damit angerührt (Beton ist im momentan im Trend!) oder auch Kreide; auch der ganze Agrarsektor vom Düngemittel bis zum Futterzusatz, Gärtner, alle möglichen Leute freuen sich drüber, auch im Bereich Kosmetik. Überhaupt, was man alles „kalken“ kann!
Und da es so schön ungiftig ist, sogar als Lebensmittelzusatz „E170“ zugelassen. Da sage mal einer, E-Nummern sind immer schlecht! Das ist nur ein Code, Leute 😉 Es gibt richtig geiles, natürlich abgebautes Calciumcarbonat, das ist halt dementsprechend teuer (ich glaube, ein Teil von Rügen wird dafür verscherbelt, aber bricht Rügen nicht eh in die Ostsee? Ich glaube es ist ökologisch besser, wenn man es woanders kauft, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren) – oder man nimmt die „künstliche“ Variante, die in der chemischen Industrie bei der Herstellung von diversen ätzenden Dingen (nicht als Wertung betrachten – das Zeug ist einfach chemisch gesehen ätzend, heißt nicht dass ich es blöd finde!) sowieso anfällt und somit einem sinnvollen Nutzen zugeführt wird.

Wozu ich Calciumcarbonat momentan nutze:

  • Zanhnputzpulver
    Es neutralisiert den kompletten Mundraum (= Säure wird „entschärft“) und das Beste: egal, was man getrunken oder gegessen hat, es schmeckt einfach nach nichts. Gutes, leckeres, neutrales Nichts. Die Konsistenz ist am Anfang nur minimal „sandig“, doch weil es sehr fein ist, löst es sich sofort und man kann es super mit der Bürste umherbürsten. Einfach die trockene Zahnbürste etwas reindrücken und losputzen. Man kann den Mund vorher spülen, aber der eigene Speichel sollte reichen, um es zu lösen, dann kann man nach der Hälfte der Zeit die Bürste einmal spülen und weitermachen. Man spült dann nur einmal kurz aus (gurgeln nicht vergessen) und entfernt eventuelle Reste um den Mund. Ich bilde mir ein, meine Zähne sind weißer geworden (in Kombination mit 2-3 x wöchentlich Pulver #2), und ich trinke viel Kaffee und bin Ex-Nichtraucher! Das will was heißen!

Was ich bald damit machen will:

  • Gesichtsmasken und weitere kosmetische Anwendungen
  • Basteln/Kreide herstellen

Pulver #2 ohne das ich nicht mehr leben kann:

Natriumhydrogencarbonat aka Natron NHCO3 alias E500ii

Der erste Satz vom CaCO3 gilt auch für das NHCO3. Trotzdem wiederhole ich mich nochmal: das Gute ist immer einfach. Abgesehen vom allseitsbekannten Backtriebmittel ist „Soda“ unverzichtbar für die moderne Hausfrau. Es war eigentlich auch für die unmoderne Hausfrau unverzichtbar, aber heute sind wir alle so umweltbewusst und wollen nicht mit giftigen Dingen hantieren, also kommt uns Natron sehr entgegen. Egal ob im Haushalt, Auto, für die Schönheit – die privaten Anwendungsmöglichkeiten sind mindestens so vielfältig wie die Kommerziellen, von denen es über Google zahlreiche zu entdecken gibt 😉 Es neutralisiert einfach (einfach!) Säuren und das blubbert sehr schön, wenn man es z.B. mit Essigessenz als ultimatives Reinigungsmittel benutzt. Außerdem kann man es in eine Tasse tun, in den Kühlschrank stellen, und Gerüche werden absorbiert. Katzenpisse? Den Fleck damit behandeln. Und so weiter und sofort.

Wozu ich Natron momentan nutze:

  • Zahnputzpulver
    In Kombination mit Calciumcarbonat nutze ich es an jeweils unterschiedlichen Tagen, um mir die Zähne zu putzen. Achtung, dieses Pulver ist eher gröber und man sollte nicht so sehr scheuern, zumindest nicht am Anfang bis es sich gelöst hat. Das wird dann allerdings je nach Mund-Zustand (Essen/Trinken/Rauchen/Gesundheitszustand usw.) vom Gecshmack her … herausfordernd. Aber vielleicht findet ihr es gar nicht so schlimm, weil ihr nicht so sensibel seid wie ich. Wer weiß. Das spült man dann ordentlich aus, gurgelt und schon ist man mundhygienisch wieder neutralisiert.
  • Reinigungsmittel
    Entweder allein (so ne Art Scheuerpulver) oder z.B. ein wenig auf eine Hälfte einer ausgepressten Zitrone (Innenseite – das dürfte klar sein?) geben und damit die Armaturen von Waschbecken und Dusche abreiben, das hilft auch gegen so komisches „typischer Dreck, der sich immer im Bad bildet“-Zeugs, das irgendwie kein Schimmel, aber eklig  ist. Dann nur noch abspülen und es glänzt perfekt. Und duftet… Man kann auch eine Wasser-Natron Lösung herstellen. Alles unempfindliche kann damit abgerieben werden. In Kombination mit Essigessenz (auch so ein tolles, einfaches, wenn auch etwas anders duftendes Hausmittel, was jeder da haben sollte) bildet sich ein Schaum, der sehr vieles (nicht alles) „abmürtzelt¹“. Dr. Google liefert unglaublich vielseitige Ideen: macht eure Spülmaschinentabs selbst, oder Trockenshampoo. Lasst eurer Kreativität freien Lauf, aber beachtet immer die Sicherheitshinweise beim Mischen mit anderen Stoffen 😉 Oder experimentiert, mir egal*.

Wozu ich es bald noch nutzen will:

  • um Spül- und Klo-Tabs selber zu machen
  • für mehr kosmetische Anwendungen

Pulver #3 ohne das ich nicht mehr leben kann:

Xylit aka Pentanpentol alias C5H12O5

Birkenzucker, auch teilweise aus Buchen gewonnen – das ist der Beste. Es gibt noch anderen, der aus Gemüse gemacht wird (glaube ich), ist aber dann nicht so bio und hochwertig (glaube ich). Ich verweise einfach wieder auf Dr. Google ;-P Xylit hat bis zu 40% weniger Kalorien als Haushaltszucker (Saccharose) und kann auch für Gebäck, das Diabetiker essen können, genutzt werden, weil man wenig Insulin braucht, um es zu verstoffwechseln. Süßt genauso wie Zucker, ist aber weniger bitter. Und es lässt sich ebenfalls zum Zähneputzen verwenden, das schmeckt hervorragend! Momentan nutze ich allerdings nur Pulver #1 und #2 und kein Xylit mehr. Xylit ist ein Zuckeralkohol und kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken, was ich allerdings noch nicht getestet habe.

Wozu ich Xylit momentan nutze:

  • statt Zucker
    Haupstächlich im Kaffee, aber auch in Kuchen oder Muffins nutze ich Xylit anstelle von Zucker und ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.

Wozu ich Xylit bald (wieder) nutzen will:

  • zum Zähneputzen
  • für kosmetische Zwecke

Und die ultimative Lösung, ohne die ich nicht mehr Leben kann:

Wasserstoffperoxid alias H2O2

Warnung. Nicht nutzen. Keine Haftung. Vorsicht walten lassen. Experten fragen.

Das Beste. Ich habe in der 11. Klasse meine GFS (oder GLS?) Präsentation in Chemie darüber gehalten und mir zu Demonstrationszwecken vor dem Unterricht ein paar Haare abgeschnitten, die ich darin eingeweicht hatte und als ich dran war, waren sie blondiert. Jeder Frisör kennt es. Aber wusstet ihr, dass es eines der besten Desinfektionsmittel ist, das es gibt? Auch hier ist abmürzeln bis zum Abwinken angesagt, denn Wasserstoffperoxid killt einfach alles, von der Bakterie bis zum Pilz und überhaupt auch empfindliche Oberflächen, also vorsicht bei Marmorstein & Eisen-bricht (ha ha nicht lustig, ich lass es trotzdem drin). Es sollte nicht auf Klamotten kommen, denn es bleicht, und in die Augen auf keinen Fall (Schutzbrille, Handschuhe). Bei größeren Reinigungsarbeiten mit der 35% prozentigen Säure, die jeder Apotheker oder Maler zu Hause hat, muss man äußerst vorsichtig umgehen und immer das Verdünnungsverhältnis einhalten. Wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich gar nicht, ob man das hochprozentige als Privatperson überhaupt bekommt, aber es gibt einfach NICHTS besseres gegen Schimmel! Dreiprozentiges ist meistens mit Phosphorsäure angerührt und mürzelt damit auch sehr gut, es ist auf jeden Fall in der Apotheke erhältlich. Es wird ja ohnehin immer verdünnt (außer bei ganz schlimmen Sachen). Für mich ist das Zeug ein Wundermittel! Es hinterlässt keine giftigen Rückstände und ist bei richtiger Handhabung meiner Meinung nach (! freie Meinungsäußerung, keine Handlungsempfehlung!) absolut sicher anzuwenden. Ich liebe es. Es desinfiziert auch Wunden. Ein vergessenes Allround-Mittel, das viel mehr kann, als man meint.

Wozu ich Wasserstoffperoxid momentan nutze:

  • Schimmelentfernung
    Unsere Duschkabine ist ein Konstruktionsfehler und manche Stellen sind nicht erreichbar, um sie zu reinigen. Das Türchen schiebt sich immer wieder drüber und das Rädchen, auf dem das Türchen gleitet, liegt in einem Alu-Profil, wo man einfach nicht reinkommt, auch nicht mit einer winzigen Mini-Bürste… Handschuhe an, Schutzbrille auf, alte Klamotten (Bleiche!) und die vorher gewissenhaft im perfekten Verhältnis angemischte Lösung mittels einer Sprühflasche, die einen möglichst starken Strahl hat, direkt auf das eklige Zeugs aufsprühen, es möglichst runtersprühen – ich hoffe ihr wisst, was ich meine. Zusehen, wie es abmürztelt. Dann Nachspülen, ggf. mit diversen gedrehten nassen Lappen, Küchentüchern, Zahnbürsten (ich bin kreativ!) und Pfeifenreinigern eventuelle Reste rausholen.

Wozu ich es bald noch nutzen will:

  • für Gesundheitliche Zwecke
  • für kosmetische Zwecke

Ich hoffe, dieser Eintrag war interessant! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

1 abmürtzeln: umbringen, ermorden, abtöten, killen; zerstören, zerreißen; auch verbrennen; in Säure auflösen; Säure spektakulär neutralisieren; chemisch in seine Bestandteile zerlegen; den Sauerstoff rauskitzeln und dadurch das Molekül sprengen.

* Die hier angegebenen Informationen sollten auf keinen Fall genutzt und ausprobiert werden. Jede Haftung wird ausgeschlossen. Suchen Sie immer einen Arzt, Apotheker oder Chemiker auf, wenn Sie Fragen haben oder unter gesundheitlichen Problemen leiden. Behandeln Sie sich niemals selbst!
(Wenn möglich, schaffen Sie einen Arbeitsplatz und putzen Sie auch nicht selbst, wenden Sie sich an eine Alleinerziehende Mutter, die einen Minijob bzw. eine Putzstelle sucht und lassen sie die mit den Hausmitteln putzen, statt es selbst zu tun! Aber gestalten Sie die Arbeitszeiten flexibel.)

One thought on “3 weiße Pulver und eine Lösung, ohne die ich nicht leben kann

  1. Nadine

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag und die hilfreichen Tipps 🙂
    Einige deiner Mittel verwende ich auch schon. Nur für verstopfte Rohre habe ich noch kein Mittel gefunden. Auf der Suche nach einem Anbieter für Rohrsanierung bin ich auf diese Seite gestoßen: [danke für den Link, SEO ist wichtig! gez. Alex]

    LG
    Nadine

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